Erlebnis-Zoo baut Solaranlage auf Parkdeck

Trafo- und Schaltstation zur Strom-Umwandlung errichtet

Der Erlebnis-Zoo Hannover setzt sein Nachhaltigkeitsprogramm konsequent fort: Mit einer rund 3.000 Quadratmeter großen Photovoltaik-Anlage auf einem Teil des Zoo-Parkdecks sollen künftig jährlich rund 548.000 kWh für den Eigenverbrauch erzeugt werden – das entspricht einer CO2-Ersparnis von über 257 Tonnen. Zum Vergleich: Ein Haushalt in Deutschland mit vier Personen verbraucht durchschnittlich rund 3.000 bis 4.000 kWh pro Jahr. Das Vorzeigeobjekt wird von der Region Hannover mit einem Investitionszuschuss von bis zu 1,8 Mio. Euro unterstützt. Im ersten Bauschritt wurden jetzt eine Trafo- und eine Schaltstation zur Strom-Umwandlung direkt vor dem Zoo-Parkhaus errichtet. Mit einem Kran wurden die rund 35 Tonnen schweren Kompaktstationsgebäude an ihren Platz am Zoo-Parkhaus gesetzt. Nach den Sommerferien folgt der nächste Bauschritt: Die Oberfläche des Parkhaus-Oberdecks wird neu beschichtet, damit die PV-Anlage ab Ende September errichtet werden kann. Insgesamt betreibt der Erlebnis-Zoo dann drei Photovoltaik-Anlagen: auf dem Gemeinschaftshaus, auf der Tribüne in Yukon Bay und schließlich auf dem Parkdeck.

Ein Kran hebt die Trafostation ein
Um die erzeugte Sonnenlichtenergie nutzen zu können, wird der Strom transformiert: PV-Module erzeugen Gleichstrom, der zur gebrauchsüblichen Nutzung in Wechselstrom umgewandelt werden muss. In der Schalt-Station wird der Strom über sogenannte Wechselrichter von Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt. „Die Wechselrichter werden den Gleichstrom von 1.604 PV-Modulen auf dem Parkdeck mit einer maximalen Leistung von 634 kWp in Wechselstrom wandeln“, erklärt Roger Wyrembek, Leiter des Facility-Managements im Zoo.

Die hohe Stromerzeugungsleistung der neuen PV-Anlage wird über den zooeigenen Hochspannungsring in alle Bereiche des Erlebnis-Zoo transportiert, wo er schließlich verbraucht wird. „Bei uns im Zoo gibt es einen gleichverlaufenden Lastgang von Stromerzeugung und Stromverbrauch: Wenn die Sonne scheint, wird viel Strom erzeugt, der auch gleich verbraucht wird,“ so Sebastian van Oorschot, Leiter des Zoo-Baumanagements, das die Federführung für das Gesamtprojekt innehat. „Bei Sonne sind entsprechend viele Besuchende im Zoo und alle elektrischen Anlagen – zum Beispiel in der Gastronomie – laufen auf Hochtouren.“

Um den Transport des Wechsel-gerichteten Stroms mit 400 Volt der PV-Anlage in den Mittelspannungsring zu übertragen, sind ein großer Transformator und elektrotechnische Schaltanlagen erforderlich. „Der Transformator muss den speziellen Anforderungen im Bereich von Solarenergiesystemen gerecht werden,“ beschreibt Wyrembek. Im Trafostationsgebäude ist gleich Platz für zwei Transformatoren mit einer Leistung jeweils von 800 kVA, um die elektrotechnische Infrastruktur des Erlebnis-Zoo vorausschauend ausbauen zu können.
Die Container werden an ihren Standort gesetzt
„Die auf eine Mittelspannungsebene transformierten Leistungen der Solaranlage werden über eine gasisolierte Mittelspannungsschaltanlage (MSHV) in den zooeigenen 10 kV-Mittelspannung-Versorgungsring geschaltet“, führt Wyrembek weiter aus.
Mit dem 2016 eingeführten, nach ISO 50001 zertifizierten Energiemanagement hat der Erlebnis-Zoo seinen Energieverbrauch kontinuierlich reduziert. So lag der Stromverbrauch im Jahr 2023 bei ca. 3,3 Mio. kWh. Gegenüber dem Vorjahr wurde der Verbrauch um mehr als 200.000 kWh (-6,2%) reduziert – seit der Einführung des Energiemanagements konnte der Verbrauch um fast 37 % gesenkt werden!
„Wir freuen uns, mit den drei Photovoltaik-Anlage Energiekosten zu senken und unsere Umweltbilanz weiter verbessern zu können“, erklärt Zoo-Geschäftsführer Andreas M. Casdorff.

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